die, die das Wasser liebt
Sonntag, 28. Juli 2019
"Mein halbes Leben war ich eingesperrt." denke ich laut.
"Wortwörtlich oder im übertragenen Sinn?" fragt er mich.

Ich schaue raus und denke nach.

Für mich hat es sich immer so angefühlt.
Eingesperrt, den Möglichkeiten beraubt. Festgesetzt in diesem winzigen Ort, mit den beschränkten Leuten, deren Horizont am Ortsende ebenfalls endet.

Heute weiß ich, dass alles war mein Vater und nicht nur der Ort.
Die vielen Bestrafungen, die Verbote... nicht die Straße zu verlassen, nicht mit dem Rad irgendwo hinfahren zu dürfen..keinen Roller Führerschein machen zu können.

Alles aus Angst und Vorsicht. Aber aus Angst wovor? Zum Schutz? Oder einfach um besser die Kontrolle ausüben zu können.

Unsere Eltern haben uns klein gehalten. Jahrelang.
Oder es zumindest versucht, denn je mehr man mir meine Freiheit nimmt, desto mehr breche ich aus.

"Vielleicht war ich deswegen immer so wild." sage ich.
"Wild?" er lacht ein bisschen und schiebt sich seine Dreads auf die andere Schulter. Eine Marotte, die er macht, sobald er unsicher ist.
Er lächelt. Dabei weiß er, mal wieder ein Junge aus anständigen Haus, nicht wie mein Leben ist bzw war.

"Wann weiß man, wann es Zeit ist etwas loszu lassen?" frage ich.
Nun setzt er sich neben mich und packt mich an der Hüfte.
"Keine Ahnung. So lange du mich nicht los lässt, Baby." und drückt mir einen heißen Kuss auf die Wange.

Wir schlafen miteinander.
Beim Sex fühle ich mich frei. Sehr frei.
Meine Gedanken machen endlich eine Pause und diese ewigen Vorwürfe hören auf.

Ich komme, er auch.
Ich mag seinen Anblick, er ist so massiv, so viel Mann.
Haarig und schwitzend.
Und doch so sanft dabei. Ein guter Kerl.
Er schaut auch immer mich dabei an, was ungewohnt für mich ist. Ich bin es gewöhnt meinen Intimpartner nicht anzuschauen. So als würde ich mich ein bisschen für das, was gerade läuft, schämen.

Wir liegen nebeneinander. Er trocknet sich ab, so geschwitzt ist er.
Ich würde gerne einen Joint rauchen oder wenigstens eine Zigarette. Aber ich versuche ja bewusst zu leben und gesund und den ganzen Kram. Er auch, find ich gut, haben beide Schmacht.

"Wie meintest du das, loslassen? Auf welches Thema bezogen?" fragt er und lässt sich den Rücken kraulen.
"Hm" druckste ich rum. Will ich mit ihm mein tiefstes Inneres teilen? Will ich, dass er weiß, was ich weiß, dass er merkt was ich fühle?

Ich entscheide mich dagegen und knabbere lieber an seinem Ohr. - Was ihm gefällt.
Er packt mich, dreht mich auf den Bauch und drückt mich leicht in die Matratze. - Was mir gefällt.
Und bevor ich lange nachdenken kann, geht es quälend langsam in die nächste Runde.


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