die, die das Wasser liebt
Dienstag, 31. Dezember 2019
Schnitt in den Finger
oder Empathie-Defizit-Störung.

Es gibt so viel zu schreiben/ sagen/ denken und verarbeiten zur Zeit.

Fangen wir chronologisch an. Weihnachten schnitt ich mich beim Kochen in den Finger. Es war nicht tief, jedoch rutschte ich komplett ab, weil das Messer meiner Oma schärfer war als gedacht. Meine Mutter stand neben mir, etwas weiter, am Waschbecken.

Und wie hat sie reagiert?
Kurz zum Vergleich, ich erzählte meiner Tante am 2. Weihnachtstag auch davon. Sie machte ein beängstiges Zischen, sagte dann "Oh neiiin. Schlimm?". Sprich, sie zeigte Mitgefühl.

Meine Mutter hat an Weihnachten gar nicht reagiert. Null. Nicht mal rüber geschaut. Ich hab dann das Messer weggelegt, bin zu meinem Rucksack gegangen, habe meine kleine Tasche mit allem Nötigen herausgeholt und mir selbst das Pflaster drauf geklebt.

Nicht dass es schlimm wäre, als Erwachsene sich selbst mit einem Pflaster zu versorgen. Aber es ist typisch für meine ganze Kindheit mit dieser Person.

Sie hat kein Mitgefühl, jedenfalls nicht für mich.*


Und so schafft sie es gefühlt eine halbe Stunde über die Intoleranzen der Tochter einer Arbeitskollegin zu reden, weiß genau welche Art das ist usw. aber nicht, dass ich zb keine Süßogkeiten mehr esse. Und auch keine geschenkt haben möchte, seit bestimmt 10 Jahren? Wird ignoriert.

Dafür hat sie eine Obststorte gekauft, die ich mal vor 20 Jahren mochte, aber Augfrund von Reißmagen seitdem nicht mehr essen kann. Hä, wo war sie denn die letzten 20 Jahre bitte?

Ach ja stimmt, nur bei sich selbst!
Und bei den Belangen ihrer Arbeitskollegen.
Als ich ihr erkläre, dass man bei einer Gluten Unverträglichkeit doch sehr gut Einkaufen gehen könnte, es einen ganzen Markt für solche Produkte gibt, wurde sie nur leise. "Achso, ja dann haben die sich vielleicht nicht richtig informiert." Vielleicht haben die sich gar nicht informiert, aber du jammerst mir hier mit dem Scheiß Anderer Leute die Ohren voll.

War nicht das erste mal, bye the way.
Jedes mal die schlimmsten Geschichten, nur um zu untermauern, wie furchtbar das Leben doch ist.

Was dabei auf der Strecke bleibt, ich. Jedes mal.
Egal, ob meine Patentante dabei ist und ich gar nicht reden "darf" oder wir alleine sind und sie ständig aufsteht, rumrennt, sinnlos vor sich herplappert was sie gerade macht "Jetzt gehe ich eine Rauchen, jetzt aufs klo, ich hol was zu trinken."

Um dann bei der Verabschiedung zu jammern "Wann kommst du wiiiiiederrr?!" wie ein Schloßhund.

Aber pardon, es geht hierbei doch einfach nicht um mich. Wenn meine Geschichten nicht angehört werden, egal wie einfach ich sie formuliere.

------------------------------Teil 2------------------------------------
Das ungewollte Kind
oder warum ich lebe.

"Mama hat die Pille heimlich abgesetzt, hat er mir erzählt" sagte meine Schwester einfach mal so zwischen Tür und Angel. Die hat nämlich auch kaum Feingefühl (jedenfalls nicht für mich).

Das war kurz bevor in der Uni alle über ihre Eltern sprachen, wer alles ein Wunschkind war usw wie glücklich alle sind bla.
Ich bin dann einfach gegangen, weil ich es kaum ertragen konnte.

Denn, wenn meine Schwester auf diese Weise gezeugt wurde, dann liegt es nah, dass wir beide so entstanden sind.

In der folgenden Nacht , ich weiß es nicht so ganz genau, bin ich schlafgewandelt. Vielleicht wollte ich aus dem Fenster springen, ich weiß es nicht.

Als ich bei meiner Mutter war, gab sie es dann zu.
Deswegen also dieser ganze Hate, diese furchtbare Ablehnung seitens meines Vaters all die Jahre. Er hat mich immer wie einen Fehler behandelt. Ich erzähle ihr ein paar der Storys. Sie tut erschrocken, hätte nichts mitbekommen. Nur, dass er ja ihr gegenüber auch so gewesen sei.

Ja toll Frau, du hast es dir ja so ausgesucht und den Blödmann zum Heraten gezwungen, ich konnte nichts für diese Situation.

Dann meinte sie, es sei doch gut gewesen, dass mein Vater es wenigstens verusucht hat. Hat er das? Ok, vielleicht 3-4 Jahre, aber dann war es der Horror mit ihm.
Mein halbes Leben wollte ich sterben, weil alle so gemein zu mir waren. Erst später kamen meine eigenen Teenie Probleme dazu. Alles andere kommt wegen denen.

Ein Leben lang wie ein Blödmann, wie ein Fehler oder das Problem behandelt zu werden war bestimmt für alle sehr befriedigend und leicht. Muss man nicht seine eigene Fehler sehen, ist das dumme Kind an allem Schuld.


Jedenfalls gab es am 2. Weihnachtstag ein Geschenk von mei er Tante (wer jetzt dachte ich würde jemals etwas von meiner Mutter geschenkt bekommen, kann lange warten. Wurde abgeschafft, weil die "keinen Bock" hat), ein Fotobuch. Drin ein Foto meines Vaters in jung.

Hab ich noch nie vorher gesehen. Steht da also ein blasser junger Mann, in Lederjacke, mit 3 Tage Bart und schaut lässig cool in der Kamera.

Ja, er war ein Frauenheld, ich erinnere mich an die Geschichten. Verarschte Frauen, fuhr Autorennen. Ein böser Typ, sozusagen. Mit dieser Art von Männern hat man Spaß, die sehen vielleicht noch gut aus, aber die heiratet man doch nicht, weil unzuverlässig.

Genauso wird es gewesen sein. Daneben ein Foto meiner Ma, die wie meine Schwester aussieht. Rundes Gesicht, fleckig rot, unvorteilhaft und nicht wirklich schön. Sie wird sich gefreut haben, so einen "tollen" Mann abbegkommen zu haben, damals. VIelleicht hat es sich wie ein 6er im Lotto angefühlt.
Die beiden heirateten sehr schnell und jetzt wird es kompliziert.

Der Uni Psychologe sagte, man solle das alles nicht 1zu1 glauben. Diese Generation sei von der vorherigen Nachkriegsgeneration stark geprägt. Quasi en Rad ab.

Nach den Erzählungen zwang Mama in zur Hochzeit. Und setzte danach heimlich die Pille ab um schwanger zu werden. Es wurd ein Haus gebaut und sie wurde wieder schwanger (ich). Wir zogen in das Haus und alle gaben sich ein paar Jahre Mühe eine Familie zu spielen.

Bis mein Bruder kam, der dann wirklich ein Wunschkind war (hä? weil Junge?). Dann distanzierte er sich von der Familie und es kam sehr viel Hass und Ablehnung.

Dann flog das Doppelleben und die Affäre auf, er zog aus. Ende. Familie kaputt, alle beschämt. Alle zogen weg und lebten ihr Leben alleine.
Schwester Messi, ständig joblos, viele Ängste, nie eine Beziehung.
Bruder DauerHartz Bezieher, keine Lehre, nur eine Beziehung, direkt ein Kind.

Und ich, irgendwo dazwischen, Kein Messie, viele wechselnde Beziehungen, studiere, halte meine Wohnung sauber.
-----------------------------------Teil 3--------------------------
Hätte, wäre

Mir geht es zur Zeit sehr schlecht.
Ich weine viel und trauere. Habe schlimme Träume.

Der Teil, der das hier alles komplett macht ist noch mein Patenonkel. der mir wie ein Vater war, aber vor 3 Jahren bereits verstorben ist.

Wenn ich Fotos anschaue, von ihm und meiner Patentante ist da dieses warme Gefühl. Es ist Liebe.
Wenn ich ein Foto meiner Eltern ansehe ist da ein anderes Gefühl, es fühlt sich kalt an und leicht widerstrebend.

Wir hatten viel gemeinsam, mein Onkel und ich. Er war auch nicht gewollt und war der einzige, der sich immer für mich eingesetzt und mich verteidigt hat.
Ohne die Liebe und Aufmerksamkeit meiner Patentante und -onkel wäre ich niemals im Leben weiter gekommen.

Und jetzt kommt ein Faktor, der irgendwie alles verbindet oder auch nicht.
Meine "große" Liebe, der Mr. Hatte ihn dieses Jahr nochmal gesehen. Natürlich hat er sich kaum Mühe gegeben, ist nicht zu mir gekommen (zu teuer) oder in ein Cafe gegangen. Ne ne, ich musste zu ihm fahren und in den Park hocken, so wie immer.

Irgendwas mit ihm ist gleich schmerzhaft und gewaltigt, wie die Geschichte mit meinem Vater oder Onkel, ich weiß es nicht.
Etwas, was einen wie betäubt und kaum atmen lässt.

Er hat sich gegen mich entschieden. Ok. Er will immer noch Kontakt, na vielleicht, weil es mir nicht gut tut. Er will immer alles zu seinem Vorteil.

Klingt ähnlich wie mein Vater. Der möchte jetzt Kontakt, weil er Lust dazu hat. Als ich es ein paar mal versuchte zeigte sich schnell, dass er mich nach wie vor nicht schätzt und es nur ums Gelaber geht ("Meine Tochter war zu Besuch."), ähnlich wie bei meiner Ma.

Irgendwie sind diese Schmerzen miteinander verbunden. Ich weiß nur noch nicht wie.

Und weil heute der letzte Tag des Jahres ist, gebe ich mich Tagträumen hin.
Wie würde es wohl aussehen, wenn der Mr mit mir zusammen wäre?

Nun ja, er arbeitet nicht. Ist keine gute Partie. Er ist mega geizig und ungepflegt. Er ist oft unzuverlässig und flunkert.
Ein Leben mit ihm, egal wie schön man es erzwingen wollen würde, würde wohl nicht klappen.

Wie willst du dir mit Jemand was aufbauen, wenn der unehrlich ist? Wie willst du Kinder groß ziehen, wenn der nur am Kiffen ist?

Dieses ganze "Märchen", das Happy End, was man sich im Kopf zusammen spinnt - Wohnung in guter Gegend, später Häusschen zur Miete etwas außerhalb. Endlich Wurzeln schlagen, er und ich - ist Müll. Wird nie so geschehen.

Ich muss da mit dem Psychologen drüber reden. Der ist auch Beziehungsratgeber oder so. Diesen Knoten lösen.
-------------------------------------------------------------
* Es gab noch öfters Situationen, in denen sie nicht für mich da war.
Als ich krank war, Anfang des Jahres, kam sie nicht mal vorbei um nach mir zu schauen. Ich sollte zu ihr fahren, mit ihr einkaufen gehen, ihre Wohnung putzen usw. Obwohl ich mich kaum auf den Beinen halten konnte.

Als ich fragte, ob sie mir was zu Nikolaus schenkte meine sie nur "Wieso sollte ich?".

Als ich mit Fieber noch zu Hause krank flach lag, legte sie den Hund dazu, ging arbeiten und meinte "Der Hund passt auf dich auf." Medikamente, Führsorge oder sonstwas gab es nicht.

usw usw usw.

-------------------------------------Nachtrag....................
Früher hätte ich jetzt gedacht, ich müsse nur härter sein. Wenn das Leben so hart ist für mich und keiner da.... musst du das ausgleichen, wie ein Soldat, alles alleine durchziehen.

Keine Schwächen zeigen, doppelt so perfekt sein.

heute weiß ich, dass ich mir selbst und dem Leben umsomehr mit Liebe begegenen muss, um diesen Schiefstand auszugleichen. Es liegt nicht an mir. Es ist nicht mein Fehler.

Ich bin toll so wie ich bin. DIE sind das Problem. Nicht ich.
Und umso schlimmer die zu mir sind, umso lieber muss ich mich selbst behandeln. Fürsorge beachten. Ruhezeiten.

Aber es ist so anstrengend. Ich wünschte es wäre alles normaler und nicht so eine Belastung.

Vielleicht sollte ich den Kontakt ganz abbrechen. Oder ich finde einen guten Umgang. Wer weiß.

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