die, die das Wasser liebt
Sonntag, 5. Januar 2020
Relativieren
Mehr so für mich als Notizen.

Die Realität, also die eine, wirkliche Wahrheit, gibt es ja nicht.
Alles was wir wahrnehmen, alles was wir denken, sehen und bewerten, ist immer subjektiv.

Daher ist es manchmal nicht schlecht Erlebtes, vor allem schlimme Sachen, zu relativieren. Also nochmal von Außen zu betrachten, etwas neutraler.


Mein Vater trank zwar, um seine "Probleme" zu vergessen und weil er in seinem selbst geschaffenen Leben unglücklich war, aber festhing. Aber Alkoholiker ist er nicht.

Meine Mutter hatte zwar eine depressive Phase nach und vor der Trennung, hat aber keine Depressionen.
Mittlerweile hat sie sogar gut Anschluss gefunden und wieder ein soziales Umfeld. Trotzdem hat sie oft "keinen Bock" auf andere Menschen oder Feste, weil da Jemand etwas Unangenehmes fragen könnte vllt? Sie nimmt und fordert gerne viel, gibt aber sehr wenig zurück.

Sie ist, ähnlich wie mein Vater, einfach vom Wesen her, ein anderer Schlag von Mensch.

Er ist oft sehr aggressiv, wenig einfühlsam, merkt er, dass er dich mit seinen Worten verletzt, dann macht es ihm Spaß und er redet immer weiter auf dich ein, um sich stärker zu fühlen.

Er denkt immer an seine Vorteile und hat uns jahrelang abgezockt.

Und er wollte nicht mein Vater sein, hat sich immer mehr zurückgezogen, sein eigenes Ding gemacht, war nie für uns da. Er findet aber, dass sei nicht die Aufgabe eines Vaters.

Schlimmer noch, er hat mich all die Jahre richtig schlimm fertig gemacht. Gedroht, bestraft, für Sachen, die meinem Wesen entsprechen und nicht falsch sind.

Mein Leben war sehr viel von Ängsten bestimmt. Angst, Ablehnung, Kritik, Hate und seinen Stimmungen mit Verboten und Bestrafungen.

Ich denke, die Rolle als Vater nicht richtig ausfüllen zu können, ist irgendwie ok. Das kann passieren. Dafür kann keiner richtig was. Auch, dass er sein Leben dann doch nicht so führen wollte. Ich denke, sowas passiert einfach.

Jetzt gibt es halt noch den Fakt, dass meine Ma ja heimlich schwanger wurde und ihn reingelegt hat.

Daher wahrscheinlich die merkwürdige Annahme, er müsse auch gar nicht als Vater für mich da sein. Quasi sein Recht?
Und das ist einfach nur Schwachsinn.

Genauso seine Wut an seinem Kind auszulassen. Der hätte sich ja einfach trennen können, wenn es nichts für ihn gewesen ist! Machen auch viele Menschen, alle Gründe wieso das nicht "geht" sind doch nur Bequemlichkeitsdinge.

Jedenfalls würde ich es jetzt so bewerten
- konnte Vaterrolle nicht ausfüllen/ annehmen -> kann schonmal passieren
- findet aber, er müsse kein Vater sein, weil er ungewollt Vater wurde -> Schwachsinn. Er hat diese Frau geheiratet und war mit ihr intim. Da kann IMMER ein Kind entstehen. Das ist dann dein Fleisch und Blut und du hast Sorge für dieses Wesen zu tragen. Punkt. Alles andere ist verletztes Ego.

Dann geh besser und sei finanziell und 1 mal im Monat für dein Kind da, als sich jahrelang wie ein Arschlich aufzuführen.
- seine Aggressionen usw an seinem Kind auslassen -> ganz schwach. Unmöglich. Schwaches Ego.
Das macht man einfach nicht. Wenn du unglücklich bist, such dir ein Hobby, oder ändere deine Situation. Jemand der schwächer ist fertig zu machen ist richtig arm.

Das ist auch unverzeihlich, finde ich. Bzw müsste erstmal als Fehler eingesehen werden. Tut er aber nicht. Er findet nach wie vor, ich solle im Staub vor ihm kriechen, um seine Anerkennung zu bekommen.

Ich habe ihm 3 mal die Möglichkeit gegeben, Kontakt zu haben. Es ging jedes mal nie um mich oder mein Wohlergehen. Es ging immer nur um ihn.

Jemand der sich versöhnen will, dem es Leid tut, handelt anders.

Der Unipsychologe meinte das auch, Jemand der ist gut mit einem meint, wird es immer wieder liebevoll versuchen. Wird Größe zeigen usw usw. Was er aber alles nicht macht und ich weiß auch nicht, ob er überhauot dazu in der Lage ist.

Ich sehe da einfach keinen fruchtbaren Boden. Und ich brauche Niemand in meinem Leben, der mich und meine Erfolge immer fertig macht. Egal welcher Mensch das dann ist.

Du kannst von einem Kaktus nicht erwarten, dass er weniger stachelig ist, nur weil du es so möchtest.

Meine Mutter

Nachkriegsgeneration. Als Kind geflüchtet. Selbst Mißbrauch erlebt. Kein schönes zu Hause gehabt.

Trotzdem gibt es einen Unterschied zwischen Opfer sein und selber Täter werden.

Nehmen wir mal an, sie hat nicht gelernt, wie man ne gute Mom ist. Sie weiß es einfach nicht.

Dann kommt trotzdem noch ihre Unzuverlässigkeit, ihre Fahrigkeit, ihre Unachtsamkeit dazu. Mit Unehrlichkeit und oft Hate.

Das ist einfach ihre Wesensart. Unterkühlt, unfreundlich. Jedenfalls zu mir. Sie zeigt Narzisstische Züge, kann aber sehr empathisch für Andere sein. Nur halt nicht für mich.

Könnte sein, dass sie durch Stress, durch Streit, schon während der Schwangerschaft, keine gute Bindung zu mir aufbauen konnte.

Dann sei ihr die Mutter Rolle zu viel geworden. Weil mein Dad ja nie geholfen hat oder anwesend war.

Ganz böse gesagt, ist es ihre eigene Schuld. Sie hat diesen Player Typ zu einer Ehe gedrängt und Kinder angehängt.
Sie dachte, dann sei sie automatisch glücklich.

Dass Kinder Arbeit bedeuten, scheint ihr nicht klar gewesen zu sein. Da muss ich schon fast lachen.

Auch, dass sie keine richtige Fürsorge betreiben konnte, wir teilweise verwahrlost waren, kommt vllt aus einer Mischung aus Überforderung und Desinteresse.

Vielleicht konnte und kann sie keine gute Mutter sein, weil si es einfach nicht drauf hat. Zu selbstbezogen ist.
Keine Kompetenzen oder Wissen dafür hat.

Die Beziehung zu mit ist nochmal schwerer. Weil ich sie an meinen Vater erinnere. Weil ich was aus meinem Leben gemacht habe und sie nicht. Weil ich attraktiver bin und sie immer etwas naja nicht häßlich, aber halt nicht hübsch war.

Ich bin mir sicher, dass sie neidisch ist.

Und vielleicht sind ihre komische Versuche mich und mein Leben zu kontrollieren (will mit meine Ärzte vorschreiben, bei denen ich mich behandeln lassen soll; soll mich ständig melden, obwohl ich Erwachsen bin; soll bei ihr übernachten, obwohl sie weder mir zuhört, oder es einen Grund dafür gibt), für sie eine merkwürdige Art von Liebe? Sich kümmern wollen, auch wenn es schon viel zu spät ist. Es wieder gut machen wollen, sie erwähnte mal sowas.

Nur leider ist eine erzwungene "Mutterliebe" mit Aufdrängen und Rumjammern nicht das richtige oder was ich brauche. Vielleicht sollte ich das mal mit ihr klären, wie sie für mich da sein kann und wie nicht.

Allerdings kommt die aus einer total dysfunktionalen, kontrollierenden Familie, vielleicht wird sie es nicht checken.

Und sie mag es rumzulabern "meine Tochter war hier", damit sei sich toll fühlen kann?


Jedenfalls habe ich mir immer gewünscht von zu Hause wegzulaufen, eine Pflegefamilie zu haben, ins Internat zu gehen oder einfach zu sterben, um dieser Familie aus dem Weg zu gehen.

Nun ist es so gelaufen,wie es ist. Fühle mich oft wie Jemand, der den Krieg überstanden hat. Es ist zwar vorbei, du musstest aber so viel ertragen. Es belastet mich.

Vielleicht wäre es in einer Pflegefamilie viel schlimmer geworden, mit mehr körperlichen Gewalt.


Achso, eine Zeit lang hat meine Mutter wohl Tabletten genommen und war deswegen so daneben. Das würde schon einige Sachen erklären, die damals passiert sind (Glasscherben im Essen, großer Hass gegen mich, "Aussetzer").

Trotzdem hat sie jahrlang ihren Frust auch an mir ausgelassen. Bzw konnte mich nicht lieb haben. Hat mich weggeschickt. Hatte keine Zeit und Lust.


Quasi einen Vater der nicht wollte und eine Mutter die nicht konnte.

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Letzte Aktualisierung: 2020.02.21, 09:27
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