die, die das Wasser liebt
Dienstag, 31. März 2020
Pandemie Honeymoon
Quasi. Klar ohne Hochzeit.
[Ich denke, Menschen die es in diesen Zeiten schaffen trotzdem zu heiraten, müssen es wirklich, wirklich eilig haben.]

Habe ich ja nicht.


Puh. Ich sitze hier und bin ziemlich fertig. Aber mal positiv fertig.
Wie das eben ist, wenn man ne junge, neue Liebe hat und viel Zeit miteinander verbingt.
Bei der Pandemie erst recht viel.

Was soll ich sagen. Ist es eben er. Inhalt meiner Träume seit Jahren. Übel klingt das. Ist ja nur ein normaler Typ, eigentlich.

Wenn es das Wörtchen Wenn nicht geben würde.
Vernunft schaltet sich immer wieder mal ein...

Ihm geht es nicht so gut. Frisch getrennt, verschuldet, arbeitslos. Selber Schuld?
Bin ich da nicht eh nur das Trostpflaster?

Er verbringt gerne Zeit mit mir. Ist ja klar, wir können eh nicht so viel machen... Also chillen wir halt zusammen.
Aber etwas ist anders, bzw es sind zwei, drei Sachen.

Früher gab es keinen Alltag zwischen uns. Plötzlich steht er in der Küche und schneidet Gemüse klein.
Ich weiß, sowas ist total alltäglich, zusammen Essen machen. Aber mit ihm gab es sowas eigentlich nie oder sehr selten.
Plötzlich fragt er, ob wir dieses oder jenes in der Küche haben. Dabei bin ich ja nicht sie und wohne da nicht?

Und es kommt eine Erkenntnis über den Mann, mit dem ich mich den halben Tag durchs Laken rolle.
Er wird nie "perfekt" sein. KLingt voll bescheuert, aber ich hatte immer dieses perfekte Bild im Kopf. Wenn er so und so wäre, dies und das machen würde, dann wäre alles perfekt.

Nun ist er aber er und es ist wie es ist.
Und ich muss gucken, ob ich damit leben kann oder möchte.

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Mittwoch, 11. März 2020
:/
So Prüfungen sind jetzt akut.
Genauso meine Gefühle, die sind auch akut scheiße.

Meine Lunge schmerzt und macht komische Geräusche. Ich geh Morgen nach der Prüfung zum Arzt. Toll.

Momentaufnahme

Meine liebe Patentante war gestürzt und kann nicht mehr alleine leben. Viel mehr scheint ihre Altersverwirrtheit weiter voran zu schreiten. Und der Charakter ändert sich immer mehr ins negative. Sie wird ein gemeiner Mensch.

Nachts ruft sie alle mal an, um Stress zu machen. Beim Geburtstag meiner Tante rief sie an und weinte. Als wir später bei ihr zu Besuch waren, wirkte sie sehr undankbar und ungerecht. Erzählte immer das gleiche, direkt hintereinander.

Auf dem Geb. meiner Tante meinte eine Frau einfach trocken, meine Patentante sei ja jetzt auch schon alt und dann sterben ja viele. Toll.


Meine Patentante und Onkel waren meine Bezugspersonen, weil meine Eltern mich ja nicht so richtig lieben konnten oder wollten. Mein Patenonkel ist vor 3 Jahren verstorben.


Meine Geschwister melden sich nie bei mir. Ich hatte es ja länger versucht, aber jedes nette Nachfragen, alles Anbieten führte zu nur Hate. Genauso die alle als Familie zu betrachten. Fährt man hin und hat nen Kuchen extra gebacken wird man umso mehr fertig gemacht. Also mache ich das alles nicht mehr.


M meldet sich mal wieder nicht. Hab ihn jetzt erstmal blockiert. Der Typ ist mein Untergang. Er liebt mich einfach nicht. Das ist das Problem...
---------------------------------
ok nach einem Schläfchen und Tränen geht es jetzt etwas besser.

Was ich gefunden habe https://gedankenwelt.de/ungewollte-kinder/
Ungewollte Kinder
"#Die Folgen

Die emotionale Ablehnung der Eltern hinterlässt bei diesen Kindern tiefe Spuren. Irgendwann erscheint dann die innere Überzeugung, [b]dass „etwas fehlt“[b], so als gäbe es da eine noch ausstehende Frage, doch die Worte, um sie auszudrücken, fehlen.

Ungewollten Kindern fällt es im Erwachsenenalter [i]ziemlich schwer, gesunde Liebesbeziehungen aufzubauen[/i]. Die Liebe spricht für sie eine Sprache, die sie nicht verstehen. Sie können die Worte der Liebe nicht übersetzen und noch schwerer fällt es ihnen, die Sprache der Liebe zu erlernen. [b]Es kostet sie viel Kraft, andere zu brauchen und gebraucht zu werden[/b]. Eine [i]Liebesbeziehung kann auf sie erdrückend wirken[/i]: Das ist ein [b]Verteidigungsmechanismus gegen die Intimität, die sie ja nicht kennen.[/b]

Für gewöhnlich befinden sie sich in einem ständigen Wettstreit zwischen Egozentrik und tiefgründigen Minderwertigkeitskomplexen. Daher meiden sie entweder um jeden Preis Konfliktsituationen mit ihren Eltern und Autoritätspersonen oder sie erzeugen diese bewusst. Sie wiederholen unaufhörlich Situationen, die einen Bruch bedeuten, weil diese ihre Anwesenheit auf der Welt bestätigen.

Ein Mensch mit solch einer Vorgeschichte braucht Unterstützung dabei, um diese Kluft der Liebe, die in seinem Herzen besteht, zu schließen. Der wichtigste Schritt ist, dass diese Person erkennt, dass ihr Unwohlsein nicht von ihrer Person abhängt, sondern von den Umständen, die zu seiner Existenz führten. Und es ist nie zu spät, um eine ehrliche Konversation mit seinen Eltern zu führen."

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Sonntag, 16. Februar 2020
Finales Finale
So, nun endlich die Auflösung, die einige Dinge erklären wird. Oder eben nicht.

Erstmal muss ich dir gestehen, dass ich doch schwach geworden bin. Ich bin zu ihm gefahren. Zum Reden, primär.

Dann war ich da und er, zum ersten mal, richtig ehrlich und offen.
Etwas merkwürdig.
Also führen wir das Gespräch, das seit 5 Jahren überfällig ist.

Nochmal kurz zur Erinnerung, damals lernte ich ihn zu Beginn meines Studiums kennen. Er war kurz vorher mit seiner Freundin zusammen gekommen und hatte bereits eine Beziehungspause eingelegt. Wir verbrachten sehr viel Zeit miteinander und verliebten uns. Das kann ich so sagen, weil er es mir auch von seiner SEite aus bestätigt hat. Im Nachheinein.

Doch dann entschied er sich gegen mich und kam wieder mit seiner Freundin richtig zusammen. Beide flogen weg in Urlaub und irgendwann zog sie zu ihm.

Seitdem ist mein Herz etwas gebrochen. Aber der Kontakt ist nie abgerissen, genauso wie die Zuneigung.
Das alles ist 5 Jahre her.


Ich fahre also zu ihm und er sieht müde aus. Vom Party machen, den Abend vorher. Generell sieht er mitgenommen aus, er ist ganz mager geworden und hat kaum noch Fingernägel übrig.

Wir sind bei ihm und reden viel. Über Familie, über Ausland, über Jobs. Er redet über die Trennung seiner Freundin, die aktuell noch läuft. Irgendwie realisiert er nicht, dass sie ihn scheinbar ausgenutzt hat und für ihre Lehrzeit ne billige Wohnung benötigt hat.

Sie würde nicht klar sagen, wie jetzt der Stand sei. Kommt mir bekannt vor.

Also frage ich. Ich frage endlich, was mit mir ist. Weil er scheinbar einen ehrlichen Tag erwischt hat.


Er sieht mich nur als Affäre. Als ich mich wegdrehe erläutert er im weiteren Gespräch, er würde mich ja auch mögen und sei interessiert usw.

Aber er habe jetzt keinen Kopf dafür. Und es sei auch nicht so eindeutig, ob er mich lieben würde.

Und jetzt kommt der bescheuerste Grund, den ich jemals gehört habe, wieso man NICHT mit Jemand zusammen sein möchte.
Ein Grund für ihn, gegen mich, ich nehme KEINE Drogen.

Das sei halt seine Lebensart. Es mache ihm Spaß und seine Freunde würden das zusammen machen und feiern gehen. Das würde die verbinden.

Ich denke was dahinter steckt
1. hatte ich ihm nicht erlaubt mich nach seiner Partynacht in meiner Stadt besuchen zu kommen, weil ich ihn drauf nicht mag -> er war sichtlich beleidigt
2. sind Drogen für ihn der ultimative Weg alles momentan zu lösen, alle Probleme, Ängste, Sorgen -> er hat Angst, dass Jemand fordert das weg zu nehmen

Man kann ja auch anders verbunden sein.
Dafür müsste man halt erstmal wieder normal Gefühle fühlen können. Was er aber in seiner Blase momentan nicht sieht.


Früher hätte mich sein Verhalten verzweifelt. Ich hätte den Fehler bei mir gesucht.

Ich kann nur sagen, diesmal liegt der Fehler eindeutig bei ihm. Er muss einfach schauen, ob er Lust hat sein Leben auf die Reike zu bekommen und ich einen Platz bei ihm finden kann - oder eben nicht. Dann soll er sich aber auch eine kleine Freundin suchen, die genau in dieses Leben reinpasst.


Dann fragt er mich, wie ich ihn sehe. Und ich antworte einfach mal ehrlich.
Ich habe mich damals verliebt, in den Menschen. Und nicht trotz Macken sondern wegen kleiner Verschrobenheiten. Und das hat bis heute nicht aufgehört.

Was ja auch stimmt. Das traurigste Liebesgeständnis ever.
Mehr wollte ich nicht dazu sagen.
Es ist ja noch nicht zu 100% auserzählt. Vielleicht bekommt er den Bogen doch noch???


Am Abend kommen dann noch einige Wahrheiten ans Licht.
Seine Freundin und ihre Familie hätten ihn unter Druck gesetzt, er solle sie bald schwängern. Obwohl die Beziehung mies lief und beide nicht mal verheiratet sind.

Und seine Ma, seine wichtigste Berzugsperson nach der Einwanderung, habe ihn damals so körperlich mißhandelt, dass er bis heute davon traumatisiert sei.
Und kiffen würde es erträglich machen. Und es sei ja die einzige alternative.

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Dienstag, 25. Juli 2017
3 Jahre - was?!
Über eine lokale Facebook Gruppe stieß ich dann auf Ihn.
Russe, sympathisch, attraktiv und 3 Jahre jünger.
Wie sich herausstellte wohnte er nicht nur im gleichen Stadtteil, sondern direkt auf der anderen Straßenseite.

Wir schrieben hin und her, gleiche Wellenlänge.
Er war freundlich, fragte was ich von der Stadt schon kennen würde (nichts) und bot an mich herum zu führen.
Dieses Angebot nahm ich später dankend an. Schließlich 1. kannte ich ihn ja nicht und wildfremde Typen aus dem Internet treffen ist so ne Sache 2. musste ich erst einmal auf die Uni klar kommen

So kam es erst nach einiger Zeit zu einem Treffen. Er hatte versucht einen alten Fernseher online zu verkaufen und ich hatte Interesse.

Er öffnete die Tür. Seine Wohnung war wirklich einen Katzensprung von meiner Entfernt.
Es roch irgendwie merkwürdig muffig in seiner Wohnung, so nach Keller. Obwohl seine Wohnung unter dem Dach lag.
Er reichte mir die Hand und ich konnte ihn mal in real betrachten.
Seine schwarzen Haare und blau grüne Augen passten gut zusammen. Die Haut leicht gebräunt.
Nicht wie man sich einen typischen Russen vorstellt. Außer dem Akzent, der schon deutlich zu hören war.

Er ließ mich in die Wohnung. Eine Mischung aus alten Möbeln mit jeder Menge Schnick Schnack.
Der Fernseher hatte ne Macke und so kaufte ich nichts. Schnell ging ich wieder.
Irgendwie schlug mein Herz sehr schnell. Wieso war ich so aufgeregt?

Vielleicht ist das eben so, wenn du erst mit Jemanden nur über social media schreibst und dann erst in echt kennenlernst. Du hast schon so ne Sympathie, die aber in der Realität noch nachziehen muss.

Wir blieben in Kontakt und er lud mich zu einer Home Party ein.
Es kamen ein paar Freunde von ihm und eine Horde aufgetakelter Mädchen.
Mir war das alles sehr unangenehm. Schließlich war ich schon Mitte 20 und die Mädchen vielleicht so 18? Alle bauchfrei und mit einer Tonne Schminke im Gesicht. Mega knackig. Mega nervig.

Was trug er? Der Russe trug eine Jogginghose und einen Pulli mit V- Ausschnitt. Ich bin erschüttert, dass ich das heute noch alles weiß. Eigentlich ist mir so etwas unwichtig.

Doch an diesem Abend hatte er nur Augen für mich. Also so kam es mir jedenfalls vor.

Er lud mich immer öfters ein, um in den Park zu gehen oder zum See.
Wir sprachen über alles mögliche und so wurden wir schließlich Freunde.


In der Uni gab es einen sehr heißen Kommilitonen. Er war groß und breit gebaut. Seit einiger Zeit hatte er mit dem Krafttraining angefangen und seine Tattoos kamen noch mehr zur Geltung.

Ich saß sabbernd im Unterricht und schaute immer wieder zu ihm, dem Glatzköpfigen Kommilitonen. Er war der pure Sex, einfach super männlich. Absolut das Gegenteil von dem, was mein Ex Freund verkörpert hat.

Nachblickend kann ich sagen, sollte die Beziehung mit mir und meinem Ex Freund einfach nicht sein. Gab er sich anfangs noch männlich und unabhängig, so bröckelte seine Fassade im Laufe der Zeit und das Muttersöhnchen kam zum Vorschein.

Nach der Trennung hasste ich alle Männer. Ich wäre bereit gewesen jedem Mann das Herz zu zerbrechen, so wie meins zerbrochen wurde.
Was ich auch so dem Russen erzählte. Ich glaube das war eher kontraproduktiv. Aber ich sah in ihm einfach nur einen Kumpel.

Ok, einen attraktiven Kumpel. Ja schon gut. Er sieht gut aus, jedenfalls für mich.
An einem Tag, er kam gerade von einem Straßenfest bei seinem Vater, wurde mir das zum ersten mal richtig bewusst. Er trug braune Flip Flops, eine kurze Hose, ein Tanktop und eine Cap, mit dem Schirm nach hinten gedreht. Er sah süß aus.

Etwas irritiert über mich selber, überspielte ich das und wir hingen einfach weiter rum.


Es folgte ein Date mit dem Glatzkopf, der locker auch hätte Türsteher sein können.
Nur dass er sehr ruhig dabei war und anscheinend nett.
Wir gingen auf ein Bier in die Kneipe um die Ecke und unterhielten uns.
Komisch war es schon, er war mit dem Auto da, wollte er etwa trinken und danach noch fahren?
Oder hatte er vielleicht andere Pläne für den Abend?

Er begleitete mich noch bis zu meiner Wohnung. Ich sagte, dass ich nun alleine gehen würde. Da wurde er wütend und nach einer kurzen Umarmung, ging er einfach wieder.

Das war das letzte mal, dass ich ihm so nah kam. Danach gingen wir uns in der Uni aus dem Weg und er fand schnell in einem anderen Semester eine kleine, blonde Freundin.


Dem Russen erzählte ich alles, wir waren richtig enge Freunde geworden. Er war der Meinung dass der Glatzkopf vielleicht einfach nur dumm sei, wenn er nicht richtig mit mir zusammen sein wollte.
Ich begriff nicht.
Ich begriff Nichts. Die ganze Zeit nicht.

Denn es verstrich die Zeit und von mal zu mal wurde es enger zwischen mir und ihm.
Schließlich fragte er, ob wir nicht zusammen einen Film schauen wollen würden. Ich verneinte. Bis ich irgendwann doch zusagte. Was war schon dabei? Zwei Freunde, die einen Film gucken. Auf seinem Sofa, in seiner Wohnung...

Zu dieser Zeit hatte ich sehr großen Stress in der Uni und dem geschuldet Schlafprobleme. Ich konnte mich einfach nicht entspannen und zur Ruhe kommen.
So passierte es schließlich irgendwann, wir tranken ein Bier zusammen und ich schlief an seiner Schulter ein. Wie ein Baby. Ich hatte lange nicht mehr so gut und fest geschlafen.

Es war nicht nur das, ich fühlte mich wohl bei ihm. Verstanden und ja, auch gemocht.
Ich liebte die Zeit mit ihm und mit der Zeit ihn.

Was ich aber nicht wahr haben wollte. Denn der Russe hatte leider keine reine Weste und ziemlich viel Dreck am stecken. Wie viel, wollte ich nicht wissen. War ja sein Ding und nichts meins.

Ich ignorierte diese Tatsache und auch noch einen weiteren großen Faktor: er hatte eine Freundin. Irgendwo, am anderen Ende von Deutschland. Es würde wohl nicht mehr so gut laufen und es sei Funkstille. Beide besuchten sich auch nicht gegenseitig, sodass man wohl von einer Beziehungspause reden konnte.

Eines Tages fragte er, ob er seinen Arm um mich legen dürfte. Erst sagte ich wieder nein, aber dann irgendwann, ja.
So verbrachten wir viele Tage und Abenden zusammen. Erst über Uni Stress austauschen, er hörte immer zu, dann Film gucken. Arm in Arm.


Es kam so, wie es kommen musste.
An einem wunderbar warmen Sommerabend gingen wir beide zum See. Dort lief von irgendwoher Musik und wir tranken Wein und Bier zusammen. Schließlich gingen wir ins Wasser und da kippte die Stimmung. Ich sah ihn an und wusste es. Und gleichzeitig wusste ich nichts.

Meine Kommilitonin hatte mich bereits angesprochen, was da zwischen uns gehen würde. Ich lachte mich schlappt und verneinte. Nur Freunde.

Doch in diesem Moment, der Sonnenuntergang, der Alkohol, die Nähe...
Als wir wieder bei ihm in der Wohnung waren, nahm er mich erst nur in den Arm, dann fing er an mich zu streicheln und schließlich schliefen wir miteinander.

Da kam mir zum ersten mal dieser konkrete Gedanke. „Oh Gott, ich liebe ihn!“

Verwirrt und peinlich berührt lief ich noch in der selben Nacht nach Hause.
Was hatte ich nur getan? Mit nem Typ, der ne Freundin hat?!


Ich erzählte zwei meiner engsten Freunden davon. Sie fanden das alles nicht so schlimm und eigentlich ok. Wenn es eh nicht bei den Beiden läuft... und sie woanders ist. So what?

Aber ich war nicht so cool damit.

Mein Vater hatte uns für eine andere Frau verlassen und mein Ex Freund/ quasi Verlobter ebenfalls.
Ich wollte niemals nie so eine Hure sein und war es gleichzeitig doch geworden.


Er sah das alles sehr easy. Also nach außen hin gab er sich so. Alle seine Kumpels würden betrügen und wenn wir es eh schon getan hatten, könnten wir es weiterhin tun.

Ein absoluter Zwiespalt für mich.
Auf der einen Seite mochte ich ihn sehr, sehr gerne, verdammt gerne. Ich genoss die Zweisamkeit und fühlte mich endlich wieder richtig geborgen.
Mein Herz schlug wie wild, wenn ich ihn nur sah und hatte ich nicht endlich Jemand gefunden der mich richtig verstand? Dinge und Probleme die vorher mit meinem Ex so schwierig waren schienen mit dem Russen nichtig zu sein.
Mein ganzes Leben schien einfacher mit ihm zu sein.

Wenn da nicht die andere Seite gewesen wäre. Ich finde fremdgehen ist moralisch einfach nicht vertretbar und man sollte sich dann lieber vom Partner trennen, statt so was zu machen.

Mein schlechtes Gewissen brachte mich fast um. Aber die Liebe und Sehnsucht wieder in seine Arme. Tag für Tag, Nacht für Nacht. Bis ich sogar eine Zahnbürste bei ihm hatte.

Und er war der erste und einzige Mensch, dessen körperliche Nähe ich dauerhaft aushalten konnte.
Bei allen Anderen bekam ich schnell das Gefühl zu ersticken.


Doch der Tag X kam und so flog er mit seiner Jetzt-wieder-richtig-Freundin in den lange geplanten Urlaub.
"Würde er dich lieben, hätte er dich mitgenommen oder wäre eben alleine geflogen. Sorry Süße." sagte mein bester schwuler Freund.
Ich war am Boden zerstört. Ernsthaft.
Mein bester Freund und ich saßen in seinem Laden und ich konnte nicht aufhören zu weinen.

Warum das Ganze? War das nur ein Spiel für ihn?
Eine Art Bestätigung? Gut fürs Ego? Ne Abwechslung?
Nur weil er nicht alleine sein konnte/ wollte?

Warum? Warum?

Ich ging auf Abstand und dann wieder doch nicht.
Ein ewiges Hin und Her.

Immer wieder meldete er sich mal bei mir oder ich mich bei ihm.
Jedes mal zeriß es mein Herz ein Stückchen mehr.

Mein bester Freund meinte es sei Zeit den Russen endlich zu vergessen und was Neues anzufangen. Also schmiss ich mich wieder auf den Dating Markt und ging mit anderen Jungs aus.
Doch alle waren scheiße. Sorry, es gibt einfach keinen anderen Ausdruck dafür. Entweder langweilig oder irgendwie komisch oder beides zusammen.
Unehrlich, spielten eine Rolle. Ich war es echt leid.

Dann lernte ich einen Punk kennen, den ich ganz interessant fand.
Zurückblickend war er aber der Schlimmste von Allen.
Log beim Alter, ging sexuell über Grenzen, egoistisch, unfreundlich, ungeduldig und beklaute mich sogar.
Er bemängelte natürlich (wie ich schon öfters von Männern gehört hatte), dass ich keine körperliche Nähe mochte. Nicht mit ihm. Ging einfach nicht. Das Gefühl von Beklemmung und Freiheitsberaubung machte sich wieder breit.
Beim Rummachen sagte ich dann auch noch nicht den Namen vom Punk, sondern den vom Russen.

Kam nicht so gut an.
Wir trennten uns schließlich nach einem halben Jahr an Weihnachten 2016.
Wenn ich auf das Tagesdatum sehe, ist es auf den Tag genau 7 Monate her...


Was in den 7 Monaten geschah?
Ich dachte ich sei irgendwie über den Russen hinweg. Seine Freundin und er waren wieder super toll zusammen und sie zog zu ihm.
Richtig zum Kotzen.
So konnte ich immer schön Angst haben, den Beiden über den Weg zu laufen, was auch wirklich ein paar mal geschah.

Irgendwann wurde ich so paranoid, dass ich immer bei jedem Pärchen einfach nur stur auf den Boden schaute und weiter lief.


Einmal hatte ich ein Date, das ist schon länger her, da besuchte mich der Typ bei mir zu Hause und wir gingen in den Park. Ich wählte extra einen richtig bekackten Weg, nur um sicher zu sein nicht ihm zu begegnen. Doch was passierte? Genau das! Er kam um die Ecke und ich? Sprang hinter einen Baum. Mein Date war mehr als verwundert und so musste ich ihm alles erzählen.
Es wurde kein Paar aus uns.

Aber ich bin es so Leid, mich immer verstecken zu müssen und weg zu rennen.


Was soll ich denn bitte machen? Ich hab mich nun mal Schritt für Schritt in diesen Blödmann verliebt. Könnte man sowas steuern, würde ich wohl Jemanden auswählen der etwas seriöser ist. Oder sonst was. Aber Liebe selektiert nicht.

Deswegen habe ich oft darüber nachgedacht, wieso er mit ihr zusammen ist und nicht mit mir.
Ist sie cooler? Jünger und hübscher ist sie so oder so. Blond, klein usw. Das typische Bild von einer Frau eben.

Und ich bin...naja, wie eine alte Orange, die irgendwo noch im Supermarkt rumliegt. Eher ein Liebhaberstück, mit Ecken und Kanten.

Ich denke das ist das Problem. Diese Liebe wäre nicht kontrollierbar. Ich bin nicht kontrollierbar.
Gerade weil alles so verfickt verlaufen ist, habe ich mich oft widersprüchlich verhalten.
Das ist mir klar... aber ich finde das ist bei so einer Situation doch nur normal?


Weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll.
Als er schließlich angegriffen wurde und ins Krankenhaus kam, wurde mir klar, dass ich ihn nach wie vor liebe. Seit unfassbaren 3 Jahren. Mit all seinem Schwachsinn und Flausen im Kopf.

Freunde sagen, wir gleichen uns aus. Beeinflussen uns gegenseitig positiv.
Aber ich kann ihn ja nicht zwingen, mich lieben zu wollen.
Ich kann nicht verlangen seine Beziehung aufzugeben und sich zu trennen. Die sind jetzt schon so lange zusammen, die werden wohl heiraten.

Eine Tatsache die mich fast zum Würgen bringt.

Ich meine... ich will jetzt nicht direkt ihn heiraten usw. Ich würde nur gerne einfach wieder Zeit mit ihm verbringen und ohne Druck oder Zwang schauen wohin der Weg führt.
Wenn es passt, gut. Wenn nicht, dann nicht.
Aber ich wäre gerne mal mit ihm richtig ausgegangen und hätte mich mal richtig schön für ihn gemacht. Damit er mich auch mal vernünftig sieht.

Wir hätten viel zusammen erreichen können. Oder eben auch nicht. Aber wir werden es scheinbar nicht heraus finden...


Aus dieser Straße zu ziehen, aus dieser Stadt...ihn zurück zu lassen. Fühlt sich fast unmöglich an.
Wer soll ihm jetzt gute Ratschläge für seine Zukunft geben? Wer passt auf ihn auf?
Was ist wenn er noch einmal angegriffen wird? Wenn er sterben würde?!?
Oder alleine wenn er sein Leben ohne mich lebt, einfach so...


Bin ich denn die Einzige die gerade heult deswegen?
Bin ich die Einzige die sich Gedanken macht?
(Alle meine Mädels leiden mit und hätten sich ein Happy End gewünscht, so ist es ja nicht).


Fakt ist, er will mich nicht. Oder nicht genug.
Ich muss lernen das endlich zu akzeptieren. Liebe hin oder her.

Muss ich eben gehen und den Kontakt abbrechen. Für immer.

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