die, die das Wasser liebt
Montag, 6. November 2017
Gewinnen und Verlieren
Ich hab es fast geschafft, bin bereits als Student in einem Fach eingetragen, das andere soll mir über Losverfahren offen stehen.

Fleißig habe ich mir bereits Working Holidays rausgesucht, in Amsterdam, Wien und Barcelona.

Ich war richtig glücklich. Diesen einen Abend.

Und dann, einen Tag später..kommt mal wieder die Klatsche.
Meine eine Tante wird in dennächsten Tagen sterben. Die anfängliche Lungenentzündung hat sich als Lungenkrebs herausgestellt. Im Endstadium.

Alle sind ganz cool damit... Dabei ist es die 3. aus der Familie, die innerhalb von 3 Jahren relativ plötzlich sterben wird.


Seitdem rattert mein Kopf wieder (auch durch andere Begegnungen).
Extrem hartes Leben gehabt, früh verstorben.

Meine Tante sagte mal zu mir "Wenn du auf der Arbeit nicht gemobbt wirst, reicht das schon."
Also nichts von wegen, keine Ahnung, 'Du musst deiner Leidenschaft folgen' oder 'Hauptsache du verkaufst dich gut im Gespräch.'

Nein. Eher ein 'Hauptsache man kann die Arbeit ertragen.'

Und das, meine liebe Leute spiegelt eigentlich alles wieder.
Ich weiß, einige mögen das Thema nicht. Und vor allem nicht, wie ich es beschreibe. Der Scheiß MUSS aber aus meinem Kopf raus. Und meine Freunde können das nicht verstehen und ich mag sie damit nicht belasten.

Also, wer solche Beiträge zum Thema Soziale Schichten nicht mag, soll bitte einfach nicht lesen bzw nicht in einem Kommentar kritisieren. Da hab ich gerade weniger Bock drauf.


Es ist diese Mentalität. Die "Opfer"-Mentalität, wie ich es gerne nenne.
Die Frage, die sich dabei stellt ist: Zwingen uns die Umstände so zu werden wie wir sind oder sind wir so und die Umstände passen sich an?

Die "Opfer" Mentalität bedeutet:
- Leben bestimmt von Ängsten
- Arbeiten als notwendiges Übel
- alles auf der Arbeit gefallen lassen, weil man das Geld dringend braucht, gerade weil das Gehalt so niedrig ist
- zu Hause, wenig Geld und Freizeit/ Energie zur Freizeitgestaltung
- der Fernseher berieselt einen eher passiv (dafür aber Stunden lang)
- 1x im Jahr Urlaub ist das Highlight, auch wenn es nur 1 Woche Koratien in nem Plattenbau ist
- Lehre/ Arbeit/ Hochzeit/ Kinder/ Arbeit/ Tod
- das Leben ist "vorherbestimmt", du weißt genau wie es laufen wird, weil es allen so geht. Vielleicht träumst du mal von einer großen Reise, einmal nach New York oder Dubai. Und vielleicht schaffst du es eines Tages das ganze Geld zusammen zu sparen, wenn nicht die Waschmaschine oder das Auto kaputt gegangen sind.
- und sehr viel gemeckert wird dabei. Das Wetter ist scheiße, der Job ist scheiße, der Freund ist scheiße, irgendwer aus dem Dorf ist scheiße usw.
-> Ende

Was diese Leute halt nicht wissen (und an dieser Stelle stehe ich gerade) ist das andere Leben

Nicht nur ein Gerücht, sondern Realität -> Das schöne Leben
Klar, klar. Oben die werden auch sagen "Ha! En Kasten Bier und ich hab ein mega Leben Liebelein!"
Aber wenn die wüssten, bzw gesehen hätten, was ich gesehen habe, würden die sofort ihren Fließband Job bei Ford hinschmeißen und auf die Straße demonstrieren gehen.

Die Leute werden aber bewusst klein gehalten. Wie sollten sonst die Bonzen zu ihrem Geld kommen?

Denkt mal nach, ein kleiner Arbeiter kann sich die Händchen blutig arbeiten, was bekommt er dafür? Ne Gehaltserhöhung vllt? Im Besten Fall ok. Aber er wird NIE das erreichen, das Andere bereits mit in die Wiege gelegt bekommen haben.

Die Anderen
- Kreditkarte obwohl Minderjährig (natürlich von Papa)
- Wohnung wird bezahlt ("Mein Vater meinte, dass ich die paar Kröten [400€ Miete im Monat] behalten kann)
- Studium wird bezahlt ("Meine Nichte geht auf eine private Uni, kostet zwar etwas mehr [1000€ im Monat], aber dafür wird sie optimal gefördert.")

Wen treffen denn bitte die reichen Bonzen Kinder auf ihren privaten Unis oder beim Golf oder Reiten? Richtig, andere reiche Bonzen Kinder!

- Reisen 1 Jahr durch die Welt zwischen Bachelor/ Master oder direkt nach dem Abi ("Ach weißt du, mein Vater hat mir die Reise geschenkt. Er hat die damals auch gemacht als Student und fand die so toll.")

- "Geld spielt keine Rolle!" Bei der Wahl der Studienfahrt (ihr wisst schon, gesponsert von den Eltern)
- "Meine Eltern zahlen mir Alles... die sollen mir mal ein schnelleres Auto kaufen!....... Ja, hm, ich war für xyz Euro mit auf Studienfahrt in Afrika, ich hab ja wohl ne bessere Note in meinem Portfolio verdient."

Geld spielt keine Rolle, wenn genügend vorhanden ist!
Es wird zum Teil mit Luxus und echt beknackten Aussagen um sich geworfen, ohne scheinbar zu ahnen, dass es auch eine andere Realität gibt. Eine ohne Kreditkarten und co.

"Ich hab mich immer gefragt wie wohl arme Menschen aussehen."


Aber es gibt sie auch, die halbwegs Normalen Bonzen.
Die mit Sinn und Verstand durch die Welt reisen. Ganz einfach, weil sie es zu schätzen wissen und nicht abschätzig auf alle anderen hinunter gucken.

Die menschlich sind und schon mal richtig gearbeitet haben, sich die Hände schmutzig gemacht.

Die empathisch sind und herzlich. Großzügig und gebildet.


Trotzdem bleibe ich dabei. Also ich lach gerade. Ich habe seit ca 5 Jahren einen Backenzahn der mir fehlt. Ich hatte einfach bis heute nicht das Geld den Zahn machen zu lassen.

Also, mit Geld kann das Leben richtig gut sein.
Natürlich kann es auch trotzdem richtig scheiße sein. Aber ich denke, es ist extrem leicht.

Und man hat eine ganz andere Mentalität.
Eher gelassen, breiter Rücken. Man weiß was man kann. Man geht gerne Arbeiten, schließlich hat man sein Fach studiert. Man ist jemand, mit Wert.

Die freie Zeit wird sinnvoll gestaltet, mit schönen Aktivitäten. Mit Sport und Hobbies. Man hat Spaß am Leben, da genügend Geld, Zeit und Energie zur verfügung stehen.

Man wechselt freiwillig alle paar Jahre den Job um höher zu steigen (Männer machen das, habe ich gehört). Bei Geringverdiener ist der Jobverlust = Katastrophe. Und Job Hopping nicht gewollt.

Und so gestaltet man sein eigenes Leben. Geht mal schön Essen oder in den Urlaub (in das Land, in das man wirklich reisen möchte und nicht nur weil es da billig ist).

Und bei der anderen Schicht? Da bestimmt das (miese) Leben den Geist. Der immer mehr stumpf wird.

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Alle Äußerungen sind aus meiner persönlichen Sicht geschildert und zum Teil etwas überspitzt formuliert.

Leider bin ich unendlich müde, sodass ich den Text nicht mehr Korektur lesen werde oder eine Linie reinbringen werde.

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Letzte Aktualisierung: 2020.04.07, 11:42
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